Informationen zum Salz


Indussalz

Das von Pramodan & Dinesh angebotene Bergsalz stammt aus dem zwischen Indus und Himalaya im heutigen Pakistan gelegenen sogenannten Salzgebirge. Das Salzgebirge ist ein etwa 300 Kilometer langer Gebirgszug, welcher von Ost nach West verläuft. Das dort abgebaute Bergsalz hieß im alten Indien auf Sanskrit saindhava lavana (sprich: soindaf lawan), was übersetzt Indussalz heißt. Die eingetragene Marke „Indusal“ und der Spruch „Das Bergsalz aus dem Industal“ tragen diesem historischen Namen und der geographischen Herkunft Rechnung. Indussalz ist keine Trendware, sondern ein nachhaltiges Produkt für den europäischen Markt. Es kommt vor als Rotsalz, Weißsalz und als Kristallsalz, auch Klarsalz genannt.

Folgt man den Geologen, so entstand Indussalz vor Hunderten Millionen Jahren aus dem Salz der Ozeane. Tief im Gestein ist es bis heute vor jeglicher Umweltverschmutzung bewahrt worden. Es ist reines Bergsalz, ohne Trennmittel, Rieselhilfen oder Zusatzstoffe. Im Gegensatz zu unserem Bergsalz enthalten viele handelsübliche Speisesalze als Zusatzstoffe Salze der Blausäure, nämlich Natriumferrocyanid (E 535), Kaliumferrocyanid (E 536) und Kalziumferrocyanid (E 538). In Deutschland sind pro Kilogramm Speisesalz 20 Milligramm dieser Zusatzstoffe zugelassen. Eine Untersuchung, ob diese Zusätze bei so geringer Dosierung dennoch eventuelle Langzeitschäden verursachen, gibt es bislang jedoch nicht.

Indussalz hat sich seit Jahrtausenden in Indien als Speisesalz und im Ayurveda bewährt. Laut Ayurveda ist es das beste aller Salze, weil es weniger Hitze im Körper erzeugt als Meersalz und deshalb von allen Konstitutionstypen und Temperamenten vertragen wird.
Indussalz enthält wertvolle Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Silizium, Brom und andere. Es ist laut Geologie 500 Millionen Jahren alt und damit doppelt so alt wie die ältesten europäischen Salzvorkommen.


Bergsalz

Historisch gesehen sind die Namen „Bergsalz“ und „Steinsalz“ als Gegensatz zu Meersalz und Seesalz entstanden. Alle diese Salze sind auch als Kochsalz oder Speisesalz bekannt. Ihre entscheidende Gemeinsamkeit: Sie schmecken salzig. Das unterscheidet sie von Salzen wie beispielsweise Soda, Glaubersalz und Bittersalz.

Als man im neunzehnten Jahrhundert viele neue Minerale entdeckte, versah man sie, der damaligen wissenschaftlichen Mode entsprechend, mit gräzisierten – das bedeutet: ins Griechische übertragenen – Begriffen. Also verpaßte man auch dem Steinsalz einen „griechischen“ Namen: Halit, abgeleitet vom Griechischen hals für Salz und lithos für Stein. Da der Namensgeber Amerikaner war, verwendete er die englische Schreibweise: halite – auf deutsch eben Halit.

Manche Händler bezeichnen ausschließlich das Klarsalz als Halit, aber das ist falsch, Halit meint schlicht und einfach Steinsalz. Ein häufig zu sehender Plural „Halite“ ist ebenso unsinnig! Vermutlich hat der Verwender das englische Wort falsch interpretiert. Als die Wissenschaftler schließlich drauf kamen, daß beide – Meersalz und Steinsalz – aus den gleichen chemischen Elementen aufgebaut sind, nämlich Natrium und Chlor, nannten sie das Salz nach seiner chemischen Zusammensetzung Chlornatrium, später dann Natriumchlorid. Seitdem wird in der Wissenschaft der Begriff Steinsalz oder Halit auch für das Meersalz verwendet. Man sagt zum Beispiel, im Meer oder einem Salzsee falle Steinsalz aus.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Steinsalz jedoch nach wie vor im historisch gewachsenen Sinne verwendet: Steinsalz heißt da Steinsalz, weil es eben aus Stein oder steinähnlich ist, hart wie Stein oder versteinertes Salz. Sicherlich rührt die Bezeichnung nicht vom Edelstein her, wie mancherorts behauptet wird. Das Bergsalz heißt alltagssprachlich Bergsalz, weil es aus dem Berg stammt – wobei „Berg“ hier im Jargon des Bergmanns zu verstehen ist. Die Salzvorkommen unter Tage nennt der Bergmann nämlich „Salzgebirge“, die Kohlevorkommen „Kohlegebirge“.


Salzvorkommen im Himalaya

Seit einigen Jahren wird von verschiedenen Händlern pakistanisches Steinsalz als „Himalayasalz“ angeboten. Dies ist eine dreiste Lüge – und zwar im doppelten Sinne: Erstens gibt es im Himalaya keine nennenswerten Steinsalzvorkommen. Und zweitens beziehen alle diese Händler ihr Steinsalz aus dem Salzgebirge in Pakistan. Mittlerweile wird selbst auf nepalesischen Märkten wie in Kathmandu oder Bhaktapur „Himalayasalz“ angeboten für horrende 100 Rupien pro 100 Gramm. Auf unserer Nepalreise im Winter 2010/2011 haben wir es selbst erlebt. Erst nach längerem hartnäckigen Nachfragen mußte ein Händler schließlich eingestehen, daß das Salz aus dem Salzgebirge Pakistans stammt.

Dies sei hier erwähnt, weil etwaige Nepalreisende sonst der Lüge aufsäßen, es handelte sich um Steinsalz aus dem Himalaya. Nichtsdestotrotz beschreibt die tibetische Medizin eine ganze Reihe von Steinsalzarten und ihre Wirkungen, weshalb es sicherlich Steinsalzvorkommen auch im Himalaya gibt. Entscheidend ist aber: Diese werden jedenfalls nicht kommerziell abgebaut.

Das Salzgebirge ist weder ein Vorläufer noch ein Ausläufer des Himalayagebirges, mit dem es geologisch schlichtweg in keinerlei Verbindung steht. Gemäß den Geologen ist es überdies viel älter als der Himalaya.

Wohl aber gibt es Seesalz im Himalaya, welches einer breiteren Öffentlichkeit durch den Kinofilm „Die Salzmänner von Tibet“ von Ulrike Koch aus dem Jahre 1997 bekannt wurde. Dieses tibetische Seesalz wurde über Jahrhunderte bis in die Gegenwart mit Yak-Karawanen von Tibet nach Nepal transportiert, weil es eben in Nepal keine nennenswerten Salzvorkommen gibt. Bekannt ist außerdem die viele Jahrhunderte alte Salzproduktion in Yandsching (Yanjing) entlang des Mekong im äußersten Osten Tibets. Aus den dortigen salzhaltigen Quellen wird Salz gewonnen.

 

Spurenelemente im Bergsalz

Einige Händler behaupten, das oben erwähnte „Himalayasalz“ enthalte 84 (sic!) chemische Elemente. Dies wird dann mit einer Analyse „belegt“, die bei genauerem Hinsehen eine viel kleinere Anzahl an tatsächlich gefundenen Elementen aufweist. Der Schwindel fliegt auf, wenn man eine Analyse nur zu lesen weiß: Eine Menge, die kleiner ist als 0,01 Gewichtsprozent, beispielsweise bei einer Röntgenfluoreszenzanalyse, bedeutet schlicht und ergreifend: Es wurde nichts gefunden! Beim Ausfällprozeß der Evaporitfolge der verschiedenen Minerale kristallisieren folgende Stoffe nacheinander: Kalk, Gips und Anhydrit, Steinsalz, Kalisalze und Magnesiumsalze. Spuren davon wird man also auch immer bei der Untersuchung eines Salzkristalls finden. Ebenso wie ohnehin häufig im Boden vorkommende Stoffe wie zum Beispiel Silizium, Eisen, Aluminium oder Mangan.

Mit der Glow Discharge Mass Spectrometry (GDMS) haben wir im Jahre 2004 einen Einkristall untersuchen lassen: Dieser Salzkristall war aus reinstem Klarsalz – wir hatten extra ein besonders durchsichtiges Stück ausgesucht. Denn in den sehr dunkelroten Stücken, womöglich noch mit Toneinschlüssen, finden sich immer auch größere Mengen anderer Elemente. Wir wollten wissen: Wie viele Elemente sind denn nun tatsächlich im Kristallsalz enthalten? Die Analyse ergab: Kalium und Brom im Bereich von 10 bis 100 ppm (Teile pro Millionen) Gewichtsprozent; im Bereich 1 bis 10 ppm Mangan, Schwefel und Antimon; mit Anteilen unter 1 ppm gerade noch nachgewiesen werden konnten Lithium, Bor, Aluminium, Silizium, Phosphor, Kalzium und Titan. Also zusammen zwölf Elemente. Zählt man Natrium und Chlor hinzu, enthält Kristallsalz 14 nachweisbare Elemente. Weißsalz enthält sicherlich mehr Kalzium, und Rotsalz mehr Eisen, denn Eisenoxid ist der natürliche Grund für seine schöne Färbung.

Violettsalz und Blausalz hingegen haben ihre Farben nicht von anderen Elementeinschlüssen, sondern von einer geringen Verformung ihrer Gitterstruktur, die das einfallende Licht so bricht, daß entsprechend seinem Spektrum Violett- und Blautöne erscheinen.